Hessischer Bildungsserver / Schulvermeidung (Absentismus)

Ursachen 1

 Schulvermeidung - mögliche Ursachen

 

Schulvermeidung ist ein Symptom, hinter dem sich ungelöste Konflikte, wie individuelle, familiäre, soziale und schulstrukturelle Probleme, verbergen:

 

  • Probleme mit Lehrkräften / Schule,
  • Konflikte mit Gleichaltrigen / Mobbing,
  • defizitäres familiäres Milieu / kein funktionierendes außerschulisches Unterstützungssystem:
    • sprachliche Probleme,
    • finanzielle Schwierigkeiten der Eltern,
    • Trennung der Eltern / Patchworkfamilien,
    • Suchtprobleme,
    • Medienkonsum,
    • Gewalt in der Familie,
  • Pubertät:
    • demonstrative Geste des Erwachsenwerdens,
    • bewusste Verletzung von elterlichen und gesellschaftlichen Normen,
    • Vermeidungsstrategie,
    • Geltungsprobleme in der Peergroup,
  • mehrfacher Klassenwechsel:
    • disziplinarische Gründe,
    • familiäre Gründe,
    • mangelnde Leistung (Sitzenbleiben / Überalterung),
  • mehrfacher Schulwechsel,
  • keine Unterstützung bei den Hausaufgaben,
  • Probleme mit Polizei und Gerichten,
  • Schwierigkeiten bei der Ausbildungsplatzsuche,
  • Sexualkonflikte:
    • frühe Schwangerschaft,
    • AIDS, Geschlechtskrankheiten,
    • Gewalterfahrung.
  • gesundheitliche Probleme (auch psychosomatisch)
  • kognitive Defizite,
  • sonderpädagogischer Förderbedarf.

 

Kinder und Jugendliche, die sich der Schule entziehen, tun dies niemals grundlos. Die Gründe zu erkennen und die Schwierigkeiten - soweit als möglich - zu lösen, ist der Zugang zum Symptom Schulvermeidung. Rahmensetzende Zwangsmaßnahmen wie z.B. Bußgelder können hierbei nur flankierend eingesetzt werden und sollten als letzte Möglichkeit gelten, wenn andere pädagogische Maßnahmen nicht greifen.

 

Quelle: Umgang mit Schulverweigerung , Staatl. Schulamt für den Landkr. Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt, 2005